Geschichtsträchtiger Witscheiner Herrenberg

Die Ried Witscheiner Herrenberg liegt in Ottenberg in der Gemeinde Ehrenhausen und zählt zu einer der besten Einzelrieden. Und wir freuen uns, dass wir in diesen Weingärten arbeiten dürfen. Mehr als 200 Jahre Geschichte stecken hinter dieser Riede, somit ist sie älter als die Republik Österreich.

Witschein- oder Herrenberg?

Erstmals erwähnt wurde der heutige Witscheiner Herrenberg in einer Karte von 1824, wo die Riede im Kataster als „Witscheinberg“ vermerkt ist. „Witschein“ (im slowenischen Svencina) wurde damals die Ortschaft rund um die Lage genannt, die sich heute größtenteils auf slowenischem Boden befindet.

Dieser Name war nicht der einzige, den die Einzelriede hatte. Vor kurzem haben wir eine Landkarte der Südsteiermark aus der Zeit zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg gefunden. Hier spricht man vom „Herrenberg“. Doch wie wurde nun aus diesen zwei Namen unser Witscheiner Herrenberg?

Etikette Witscheiner Herrenberg, Weingut Erich und Walter Polz

Von der Muse an der Mosel geküsst

In den 1930er bewirtschaftet die Familie Resch den damals sogenannten Herrenberg. Frei nach Mark Twains Weisheit „Man muss reisen, um zu lernen“ besuchte Familie Resch gemeinsam mit dem Künstler Carl Rotky Anfang der 30er das Weinbaugebiet an der Mosel im Westen Deutschlands. Hier war es üblich Weine nach ihrer Herkunft und den Namen des Weingartens zu benennen – ein Vorgehen das man in der Südsteiermark so nicht kannte.

Bei der Rückreise ließ die Familie Resch der Gedanke daran, Weine nach ihrer Herkunft zu benennen nicht los. Zurück in der Südsteiermark informierte man sich nach den bisherigen Namen des Herrenbergs und stieß auf die Bezeichnung Witscheinberg aus 1824. Zusammen beschloss man die Geschichte in die Namensgebung der Einzelriede einfließen zu lassen. So hat man die Benennungen miteinander verbunden und die Riede ist seit den 1930er als Witscheiner Herrenberg bekannt.

Heute könnte man die Benennung der Weine nach der Ried Witscheiner Herrenberg als Vorreiter des Herkunftssystem Südsteiermark DAC sehen.

Sauvignon blanc mit Tiefgang

Heute zählt der Witscheiner Herrenberg für uns zu den besten Einzelrieden unserer Weingärten. Die Rebstöcke wurden im Jahr 1992 und 2012 geplanzt, sind sehr gut verwurzelt und entwickeln das Potenzial für 1. STK Riede. Geprägt von der Südostlage, einer Hangneigung mit bis zu 60% und sandigen Lehm mit hohem Kalkanteil wird in unserem Weinkeller aus den Trauben ein expressiver Sauvignon Blanc.

Die geologische Beschaffenheit des Bodens, viele Sonnenstunden und gut verteilte Niederschläge sind nahezu ideale Bedingungen für den Weinbau. Doch liegt die Qualität eines Weines nicht alleine im Wohlwollen der Natur. Es sind die über Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen, Nachhaltigkeit im Denken und Handeln sowie ein kompromissloser Qualitätsanspruch, die aus einer guten Ernte einen charaktervollen Wein machen. So steht der Name Polz seit vielen Generationen für ein nahezu von Hand herausgearbeitetes Terroir, das unsere ganze Leidenschaft und die Liebe zum Detail im Glas erlebbar macht. DIE FAMILIE ERICH: Der Architekt und Kompromisslose in unserem Weingut. Aber auch gleichzeitig ein Visionär, der Anreize aus der Umgebung zu Ideen macht, diese zur Weiterentwicklung bündelt, analysiert und auslotet. WALTER: Der Weinbauer und Weinbotschafter weit über die europäischen Grenzen hinaus - trotz vieler Reisen der Bodenständige. Sein Gespür für den richtigen Zeitpunkt und die Natur geeint mit Erfahrung, garantiert höchste Traubenqualität. CHRISTOPH: Als Kellermeister tragen die Weine seit 2011 seine Handschrift. Er ist das Verbindungsglied zwischen Erfahrung, Know-how seines Vaters und Onkels und neuen Ideen der nächsten Generation. DER WEINGARTEN Die Qualität der Weine beginnt beim Terroir: Das Zusammenspiel aus Boden, Klima und Mensch – all das hat Einfluss auf die Trauben. Arbeiten im Weingarten heißt arbeiten für und mit der Natur: Um das beste aus unseren Rebstöcken zu holen, haben wir unsere Reben seit 2010 auf den sanften Rebschnitt umgestellt. Nützlinge und Bienen in unseren Weingärten zu schützen ist für uns eine Herzensangelegenheit: So verzichten wir auf Insektizide und Glyphosate und. Anstatt unsere Gräser immerwährend zu mulchen setzen wir Walzen ein um den Lebensraum vieler Tierarten sowie deren Nahrungsquelle zu erhalten. DIE LEIDENSCHAFT Nur wer gute Arbeit in seinen Weingärten leistet, kann qualitativ wertvolle Weine produzieren. So finden ausschließlich handverlesene Trauben ihren Weg in unseren Keller. Hier steht das “kontrollierte Nichtstun”, also jedem Wein seine Zeit zu geben, für uns im Fokus. Bei Orts- und Riedenweinen setzen wir auf eine spontane Vergärung mit natürlich im Weinberg und im Keller vorkommenden Hefearten. Die wertvollsten Riedenweine durchlaufen einen bis zu einjährigen Ausbau auf der Vollhefe. Um unseren großen STK Rieden auch eine konstante Reife in der Flasche zu garantieren und die Zugänglichkeit in den ersten Jahren zu erhöhen, verschließen wir diese seit dem Jahrgang 2016 wieder mit Naturkork.

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